SERP
Die SuchergebnisseiteDie Seite, die Google nach einer Suche anzeigt — mit Anzeigen, Karten, Kästen und irgendwo dazwischen den eigentlichen Ergebnissen.
- Jemand gibt eine Suchanfrage ein
- Google baut die Ergebnisseite zusammen
- Anzeigen, Karten, Kästen, Treffer
- Der Suchende wählt einen Eintrag
Was bedeutet SERP?
SERP ist die Abkürzung für Search Engine Results Page, zu Deutsch schlicht: die Seite mit den Suchergebnissen. Der Begriff taucht in jedem Angebot einer Agentur auf und meint nichts Geheimnisvolles — es ist das, was Sie sehen, nachdem Sie auf »Suchen« geklickt haben. Interessant ist er nur deshalb, weil diese Seite heute mit dem wenig zu tun hat, was die meisten sich darunter vorstellen.
Die Vorstellung von zehn nummerierten Treffern stammt aus einer Zeit, die vorbei ist. Auf einer heutigen Ergebnisseite stehen je nach Suchanfrage bezahlte Anzeigen ganz oben, eine Kartenansicht mit drei ortsnahen Betrieben, ein Kasten mit einer Kurzantwort, aufklappbare Rückfragen, Videos, Bilder, Bewertungen — und dazwischen die unbezahlten Treffer. Bei Reise- und Hotelanfragen belegt ein eigener Buchungsblock den oberen Teil der Seite.
Daraus folgt die wichtigste praktische Einsicht: Position eins bedeutet nicht Platz eins auf dem Bildschirm. Der erste unbezahlte Treffer kann auf dem Mobiltelefon so weit unten liegen, dass er erst nach mehrmaligem Wischen erscheint. Wer über Sichtbarkeit spricht, ohne anzusehen, was auf der jeweiligen Ergebnisseite sonst noch steht, rechnet mit einer Zahl, die für sich genommen nichts aussagt.
Diese Zusatzbestandteile heißen im Fachjargon SERP-Merkmale, und sie unterscheiden sich von Suchbegriff zu Suchbegriff. Bei einer reinen Wissensfrage steht oft eine KI-Antwort obenan. Bei einer Suche mit Ortsbezug entscheidet die Kartenansicht darüber, wer angerufen wird. Bei einer Produktsuche dominieren Anzeigen mit Bild und Preis. Für einen Betrieb ist deshalb die Frage »welche Merkmale zeigt diese Ergebnisseite« oft wichtiger als die Frage »auf welcher Position stehe ich«.
Was Sie an Ihrem eigenen Eintrag beeinflussen können, ist überschaubar, aber nicht wirkungslos. Der Titel und der Beschreibungstext entscheiden mit über den Klick. Strukturierte Daten können Zusatzangaben ins Ergebnis bringen, etwa Öffnungszeiten oder Rückfragen. Ein gepflegtes Unternehmensprofil ist die Voraussetzung dafür, überhaupt in der Kartenansicht aufzutauchen.
Was Sie nicht beeinflussen können, gehört ebenso auf den Tisch: Welche Merkmale angezeigt werden, entscheidet die Suchmaschine je Anfrage neu. Es gibt keinen Kaufkanal für einen Kasten mit einer Kurzantwort und keine Anmeldung für eine KI-Antwort. Wer eine feste Position zusagt, verspricht etwas, das er nicht in der Hand hat — die Anzeige wird bei jeder Suche neu zusammengestellt, abhängig von Ort, Gerät und bisherigem Verhalten.
Für die eigene Bewertung folgt daraus, welche Zahlen tatsächlich etwas aussagen. Anzeigen sagen, wie oft Ihr Eintrag jemandem gezeigt wurde. Klicks sagen, wie oft er genommen wurde. Die Klickrate — Klicks geteilt durch Anzeigen — sagt, ob das Ergebnis überzeugt hat. Und die durchschnittliche Position sagt, wo Sie stehen, aber nicht, ob dort überhaupt geklickt wird. Alle vier Zahlen stehen kostenlos in der Google Search Console für Ihre eigene Domain.
Ein Beispiel aus unserer Arbeit macht das greifbar: Eine Kundenseite steht im Schnitt auf Position 6,6, also auf keiner Spitzenposition, und holt trotzdem 594 Klicks in 90 Tagen bei einer Klickrate von 14,6 Prozent. Umgekehrt sehen wir Suchbegriffe, bei denen eine gute Position kaum Klicks bringt, weil der obere Teil der Ergebnisseite von anderen Bestandteilen belegt ist. Beides zusammen ist der Grund, warum wir kein Ranking versprechen, sondern messen, was tatsächlich ankommt — nachzulesen auch im Ratgeber dazu, wie man misst, ob eine Website funktioniert.
Zum Nachrechnen
Eine Kundenseite steht im Schnitt auf Position 6,6 und holte damit 594 Klicks in 90 Tagen bei 14,6 Prozent Klickrate.
Die Zahlen stehen hier zusammen, weil sie einzeln in die Irre führen. Position 6,6 klingt mittelmäßig, bringt aber fast jeden siebten, dem das Ergebnis gezeigt wurde. Umgekehrt gibt es Suchbegriffe, bei denen eine bessere Position weniger einbringt, weil der obere Teil der Ergebnisseite von Anzeigen, einer Kartenansicht oder einer KI-Antwort belegt ist. Eine Positionszahl ohne Blick auf die Bestandteile der Ergebnisseite ist deshalb keine Aussage über Besucher.
Quelle: Google Search Console, Kundenprojekt Landhaus Schend, Zeitraum 90 Tage bis 13. September 2026. Daten aus dem Konto des Kunden, mit dessen Kenntnis genannt.
Häufige Fragen dazu
Ist Position eins gleichbedeutend mit dem obersten Platz?
Nein. Position eins meint den ersten unbezahlten Treffer. Über ihm können Anzeigen, eine Kartenansicht, ein Antwortkasten oder eine KI-Antwort stehen — auf dem Mobiltelefon liegt der erste Treffer dann mehrere Wischbewegungen tief.
Kann ich mich in einen dieser Kästen einkaufen?
Nur in die Anzeigen. Die übrigen Bestandteile stellt die Suchmaschine je Anfrage selbst zusammen; es gibt dafür weder eine Anmeldung noch einen Kaufkanal. Beeinflussen lässt sich die Wahrscheinlichkeit über den Inhalt und über strukturierte Daten, mehr nicht.
Ein Begriff fehlt? Schreiben Sie ihn uns
Wir erklären jeden Begriff in Ruhe und ohne Fachchinesisch — und sagen ehrlich, was für Sie sinnvoll ist und was nicht.