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Duplicate Content

Derselbe Inhalt unter mehreren Adressen

Wenn identischer oder fast identischer Text unter mehreren Adressen erreichbar ist — dafür gibt es keine Strafe, wohl aber eine Auswahl, die Google selbst trifft.

  1. Ein Inhalt landet unter mehreren Adressen
  2. Google filtert statt zu bestrafen
  3. Eine Adresse wird als maßgeblich gewählt
  4. Ansehen bündelt sich, wenn Signale übereinstimmen

Was bedeutet Duplicate Content?

Duplicate Content entsteht fast immer ungewollt: dieselbe Seite mit und ohne www, mit Sitzungsnummer aus einer Kampagne, als Druckversion, als Filteransicht in einem Shop oder weil ein Text in einem Blog und zugleich in einer Themenübersicht steht. Aus einem einzigen Inhalt werden so mehrere Adressen, die für Menschen gleich aussehen und für eine Suchmaschine erst einmal wie mehrere Seiten wirken.

Um den Begriff hat sich ein hartnäckiger Irrtum gehalten: die Vorstellung einer „Duplicate-Content-Strafe“, die eine Website für doppelte Inhalte aktiv abwertet. Google widerspricht dem in der eigenen Dokumentation ausdrücklich — es gibt keine solche Strafe im üblichen Sinn. Was stattdessen passiert, nennt Google Filterung oder Kanonisierung: Von mehreren gleichwertigen Adressen wird eine für die Ergebnisse ausgewählt, die anderen werden zurückgestellt, nicht bestraft.

Diese Auswahl trifft die Suchmaschine algorithmisch anhand von Signalen — interner Verlinkung, Weiterleitungen, Einträgen im Adressverzeichnis und dem Canonical-Tag, der als Hinweis dient, welche Adresse maßgeblich sein soll. Google folgt diesem Hinweis meistens, aber nicht zwingend. Bei widersprüchlichen Signalen kann eine andere als die gewünschte Adresse gewählt werden, ohne dass eine Fehlermeldung darauf hinweist.

Der eigentliche Schaden liegt nicht in einer Abwertung, sondern in Streuung: Verweist die halbe Website auf die www-Variante und die andere Hälfte auf die Variante ohne www, verteilt sich das Ansehen, das eine Seite gesammelt hat, auf zwei Adressen statt sich an einer zu bündeln. Zusätzlich verschwendet die Suchmaschine Abrufkapazität auf Varianten, die am Ende ohnehin nicht gezeigt werden.

Eine Ausnahme, die zur Verwirrung beiträgt: Beim großflächigen Kopieren fremder Inhalte über viele Domains hinweg, etwa in Spam-Netzwerken, kann Google tatsächlich eingreifen — das läuft dann aber über die Richtlinien gegen Spam, nicht über eine eigene Duplicate-Content-Regel. Der gewöhnliche Fall auf der eigenen Website, um den es hier geht, ist davon zu unterscheiden und deutlich harmloser.

Für die Praxis heißt das: eine feste Adressvariante festlegen (mit oder ohne www, mit Schrägstrich oder ohne), diese Entscheidung konsequent im Canonical-Tag abbilden, tatsächlich umgezogene Inhalte per Weiterleitung führen statt per Hinweis, und denselben Text nicht ohne Not zweimal auf derselben Website veröffentlichen. Details zur technischen Umsetzung des Hinweises stehen im Eintrag zum Canonical-Tag, hier zählt vor allem die Grundregel dahinter.

Zum Nachrechnen

Für diesen Eintrag nennen wir bewusst keine Zahl — es gibt keinen messbaren „Strafwert“, den wir belegen könnten, weil es die Strafe selbst nicht gibt.

Der belegbare Punkt ist stattdessen eine Aussage, keine Kennzahl: Google stellt in der eigenen Dokumentation klar, dass es „in den meisten Fällen“ keine Duplicate-Content-Strafe gibt, sondern eine automatische Filterung. Eine Zahl dazu zu erfinden, etwa einen angeblichen Rankingverlust in Prozent, wäre genau die Art von Behauptung, vor der wir hier warnen wollen. Was sich messen lässt, ist der Einzelfall — welche Adresse Google tatsächlich gewählt hat, steht in der Google Search Console.

Quelle: Google Search Central, Dokumentation zu doppelten Inhalten und zur Kanonisierung. Eine Strafe für doppelte Inhalte ist dort nicht beschrieben.

Häufige Fragen dazu

Wird meine Website abgestraft, wenn ein Text zweimal vorkommt?

Im üblichen Sinn nein. Google spricht selbst von Filterung statt Strafe: Von mehreren gleichen oder ähnlichen Adressen wird eine ausgewählt und gezeigt, die anderen zurückgestellt. Schaden entsteht eher indirekt, durch gestreutes Ansehen und verschwendete Abrufkapazität.

Reicht es, den Canonical-Tag zu setzen, um das Problem zu lösen?

In den meisten Fällen ja, weil er der Suchmaschine sagt, welche Adresse gelten soll. Er ist aber ein Hinweis, keine Anweisung — bei widersprüchlichen internen Links oder fehlenden Weiterleitungen kann Google trotzdem eine andere Adresse wählen.

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