Canonical-Tag
Hinweis auf die maßgebliche AdresseEine Zeile im Quelltext, die der Suchmaschine sagt, welche Adresse die eigentliche ist, wenn derselbe Inhalt unter mehreren erreichbar ist.
- Ein Inhalt, mehrere Adressen
- Eine Adresse als maßgeblich festlegen
- Hinweis im Quelltext jeder Variante
- Bewertung sammelt sich an einer Stelle
Was bedeutet Canonical-Tag?
Derselbe Inhalt ist auf den meisten Websites unter mehr als einer Adresse erreichbar, ohne dass es jemandem auffällt. Mit www davor und ohne. Mit https und mit http. Mit Schrägstrich am Ende und ohne. Allein aus diesen 3 Entscheidungen werden aus einer Seite 8 verschiedene Adressen, die alle denselben Text zeigen.
Für den Besucher ist das gleichgültig, für eine Suchmaschine nicht. Sie muss entscheiden, welche dieser Adressen sie in ihr Verzeichnis aufnimmt und bewertet. Trifft sie die Entscheidung selbst, verteilt sich unter Umständen das Ansehen, das die Seite gesammelt hat, auf mehrere Varianten — der Kernmechanismus hinter Duplicate Content — und jede einzelne davon steht schlechter da, als die Seite tatsächlich ist.
Der Canonical-Tag ist die Zeile, mit der Sie diese Entscheidung vorwegnehmen. Sie steht im Kopfbereich des Quelltextes und nennt die vollständige Adresse, die gelten soll. Wichtig dabei: Google behandelt diese Angabe ausdrücklich als Hinweis, nicht als Anweisung. Widersprechen ihr andere Signale — interne Links, Weiterleitungen, das Adressverzeichnis —, kann die Suchmaschine sich anders entscheiden.
Am häufigsten gebraucht wird der Hinweis in drei Lagen. Bei Anhängseln an der Adresse, etwa Werbekennzeichnungen aus einem Newsletter oder Sitzungsnummern, die dieselbe Seite unter immer neuen Adressen erscheinen lassen. Bei Filter- und Sortierseiten in Verzeichnissen und Shops. Und bei Texten, die bewusst an zwei Stellen stehen, etwa in einem Blog und in einer Themenübersicht.
Falsch gesetzt richtet dieselbe Zeile beträchtlichen Schaden an, und zwar lautlos. Zeigt jede Seite einer Website auf die Startseite — ein Fehler, den manche Systeme in der Voreinstellung mitbringen —, erklärt die Website ihre eigenen Unterseiten zu Kopien und nimmt sich damit die Sichtbarkeit für alles außer der Startseite. Man sieht davon nichts: Die Seiten laden normal, nur kommt kein Besucher mehr.
Ebenso verbreitet ist die Verwechslung mit einer Weiterleitung. Eine dauerhafte Weiterleitung schickt den Besucher tatsächlich an eine andere Adresse; er landet dort und die alte ist nicht mehr erreichbar. Der Canonical-Tag lässt beide Adressen erreichbar und sagt nur, welche gezählt werden soll. Ist ein Inhalt wirklich umgezogen, gehört die Weiterleitung dorthin, nicht der Hinweis — sonst entsteht am Ende doch ein 404-Fehler oder ein widersprüchliches Signal.
Bei mehrsprachigen Websites kommt eine Regel dazu, die oft verletzt wird: Jede Sprachfassung ist eine eigene Seite und zeigt auf sich selbst, nicht auf die deutsche Fassung. Wer alle Sprachen auf eine kanonisiert, nimmt sämtliche Übersetzungen aus dem Index. Die Zuordnung der Sprachfassungen untereinander geschieht über eine andere Angabe und ersetzt den Selbstverweis nicht.
Prüfen lässt sich das ohne Aufwand, aber nicht in der Datei: Es zählt, was ausgeliefert wird. Wir rufen jede Adresse einzeln ab und lesen aus, welche kanonische Adresse tatsächlich im Ergebnis steht — und in der Google Search Console steht daneben, welche Adresse Google selbst gewählt hat. Weichen die beiden voneinander ab, ist das der Befund, der zuerst behoben gehört.
Zum Nachrechnen
Aus einer einzigen Seite werden 8 verschiedene Adressen — allein durch www oder ohne, http oder https und Schrägstrich am Ende oder nicht.
Die Rechnung ist schlicht und nachprüfbar: 2 × 2 × 2 = 8. Kommen Anhängsel aus Werbekampagnen, Filter oder Sortierungen dazu, vervielfacht sich die Zahl weiter. Google entscheidet in solchen Fällen selbst, welche Adresse gilt, und behandelt den Canonical-Tag dabei ausdrücklich als Hinweis unter mehreren Signalen — nicht als Anweisung. Welche Adresse tatsächlich gewählt wurde, steht in der Search Console und ist der einzige Beleg, der zählt.
Quelle: Rechnung aus den Adressvarianten, nachvollziehbar; Einordnung als Hinweis nach Google Search Central, Dokumentation zur Kanonisierung.
Häufige Fragen dazu
Reicht ein Canonical-Tag statt einer Weiterleitung?
Nein, wenn der Inhalt wirklich umgezogen ist. Dann gehört eine dauerhafte Weiterleitung eingerichtet, damit Besucher und Suchmaschinen am richtigen Ort landen. Der Canonical-Tag ist für den Fall gedacht, dass beide Adressen erreichbar bleiben sollen.
Soll jede Seite einen Canonical-Tag auf sich selbst haben?
In aller Regel ja — das ist die unauffälligste und sicherste Variante. Gefährlich wird es erst, wenn alle Seiten auf dieselbe Adresse zeigen, etwa auf die Startseite. Dann erklärt die Website ihre eigenen Unterseiten zu Kopien.
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