LLMO, GEO, AEO, AIO: vier Abkürzungen, eine Arbeit
In knapp zwei Jahren hat die Branche vier Namen für dieselbe Aufgabe erfunden: in den Antworten von ChatGPT, Perplexity und Googles KI-Überblick vorzukommen. Die Kürzel unterscheiden sich weniger, als ihre Erfinder behaupten. Was sich tatsächlich unterscheidet, ist die Arbeit dahinter — und zwar von klassischem SEO.
12. September 2026 · 6 Minuten Lesezeit
Zuerst hieß es AEO. Dann GEO. Dann LLMO. Irgendwann schrieb jemand AIO, und seitdem kommt es vor, dass in einer einzigen Agenturpräsentation alle vier auftauchen — gern als vier getrennte Leistungen mit vier getrennten Preisen. Das ist der Punkt, an dem man nachfragen sollte.
Denn dahinter steht eine einzige Frage: Wenn jemand eine KI nach einem Anbieter fragt, wird Ihr Name genannt? Alles andere ist Vokabular.
Was die vier Abkürzungen heißen
| Kürzel | Ausgeschrieben | Was gemeint ist |
|---|---|---|
| AEO | Answer Engine Optimization | Der älteste der vier. Stammt aus der Zeit, als Google anfing, Antworten direkt in der Ergebnisliste anzuzeigen — lange vor ChatGPT. |
| GEO | Generative Engine Optimization | Der einzige Begriff mit nachweisbarem Ursprung: eingeführt in einer Forschungsarbeit, die 2024 auf der ACM-Konferenz KDD erschien. Deshalb der Begriff, den Fachleute am ehesten benutzen. |
| LLMO | Large Language Model Optimization | Benennt die Technik statt der Oberfläche. Sachlich am präzisesten, weil am Ende tatsächlich ein Sprachmodell entscheidet, wen es nennt. |
| AIO | AI Optimization oder AI Overviews | Der unschärfste. Mal ist die ganze Disziplin gemeint, mal nur Googles KI-Überblick. Wer AIO sagt, sollte dazusagen, was davon. |
Wenn Sie ein Angebot bekommen, in dem zwei dieser Kürzel als getrennte Posten stehen, lohnt die Nachfrage, worin sich die beiden Arbeitspakete konkret unterscheiden. Eine gute Antwort gibt es darauf durchaus — sie handelt dann von verschiedenen Zielsystemen, nicht von verschiedenen Methoden.
Was sich wirklich unterscheidet — und es sind nicht die Kürzel
Der Unterschied, der in der Praxis zählt, verläuft nicht zwischen den vier Abkürzungen. Er verläuft zwischen zwei Fragen, die verschiedene Arbeit verlangen: Werde ich gefunden? Und: werde ich zitiert?
Fünf Punkte, an denen die Arbeit für KI-Antworten von klassischem SEO abweicht:
- Es gibt keine Platzierung. Eine KI-Antwort hat keine Plätze eins bis zehn, sondern eine Handvoll genannter Quellen — oder gar keine. Man ist drin oder nicht.
- Die Antwort muss sich herauslösen lassen. Ein Modell zitiert Absätze, keine Seiten. Ein Gedanke, der über vier Bildschirme verteilt steht, wird nicht übernommen.
- Überprüfbarkeit schlägt Überzeugungskraft. Eine Zahl mit Urheber und Datum wird eher übernommen als derselbe Satz ohne. »Studien zeigen« ist für ein Modell kein Beleg.
- Erwähnungen zählen auch ohne Verweis. Wer in Fachtexten, Verzeichnissen und Foren namentlich vorkommt, taucht eher in Antworten auf — auch wenn kein einziger Link dabei ist.
- Der Klick ist nicht mehr das Ziel. Wenn Ihr Name in der Antwort steht und der Nutzer danach direkt Ihre Adresse eintippt, sehen Sie davon in keiner Statistik etwas. Das ist unbequem, aber es ist die Lage.
Warum das kein Randthema mehr ist — zwei Zahlen, beide bei den Urhebern nachgeprüft:
So viel niedriger liegt die Klickrate der erstplatzierten Seite, wenn Google zu einer Suchanfrage einen KI-Überblick anzeigt. Gemessen an 300.000 Suchbegriffen, je zur Hälfte mit und ohne KI-Überblick.
Quelle: Ahrefs, »Update: AI Overviews Reduce Clicks by 58%«, veröffentlicht am 4. Februar 2026; Vergleichszeitraum Dezember 2023 gegen Dezember 2025. Abgerufen am 12.09.2026.
So viele Menschen in Deutschland ab 16 Jahren nutzen KI. Ein Drittel mindestens einmal pro Woche. Die beiden 58 sind Zufall — sie messen völlig Verschiedenes.
Quelle: Bitkom e. V., Presseinformation vom 28. April 2026, repräsentative Befragung von 1.003 Personen ab 16 Jahren in Deutschland, Erhebung in den Kalenderwochen 8 bis 11 des Jahres 2026. Abgerufen und am 12.09.2026 an der Presseinformation gegengeprüft.
Was wir an der eigenen Seite gemessen haben
Wann sich das für Sie noch nicht lohnt
Drei Lagen, in denen Geld für GEO das falsche Geld ist:
- Ihre Seite steht bei Google noch nicht in den Ergebnissen. Die Systeme, die KI-Antworten bauen, greifen weit überwiegend auf Seiten zu, die ohnehin gut platziert sind. Erst die Grundlage, dann der Aufbau.
- Ihr Geschäft lebt von Laufkundschaft oder Empfehlung im Ort. Dann bringt ein gepflegtes Unternehmensprofil bei Google mehr als jede Erwähnung in ChatGPT.
- Sie können nicht warten. Zwischen der Arbeit und der ersten Nennung liegen Monate, nicht Wochen — und niemand kann Ihnen sagen, wie viele.
Häufige Fragen
Welche der vier Abkürzungen ist die richtige?
GEO, wenn Sie fachlich sauber sein wollen — der Begriff hat einen nachweisbaren Ursprung in einer Forschungsarbeit von 2024. LLMO, wenn Sie die Technik benennen wollen. AEO und AIO sind älter beziehungsweise unschärfer. Für die Arbeit selbst macht es keinen Unterschied.
Kann man einen Platz in ChatGPT-Antworten kaufen?
Nein. Es gibt keinen Knopf und keine Buchung. Wer Ihnen einen Platz verkauft, verkauft etwas, worüber er nicht verfügt. Beeinflussbar ist, ob Ihre Seite als Quelle taugt — nicht, ob sie genannt wird.
Wie lange dauert es, bis man in KI-Antworten auftaucht?
Das lässt sich nicht seriös vorhersagen, weil die Systeme ihre Quellenauswahl laufend ändern. Was man sagen kann: Ohne Platzierungen in der klassischen Suche passiert in aller Regel gar nichts, und die aufzubauen dauert Monate.
Ersetzt GEO das klassische SEO?
Nein, es setzt darauf auf. Die Systeme, die KI-Antworten erzeugen, wählen ihre Quellen überwiegend aus Seiten, die in der normalen Suche bereits weit oben stehen. Wer SEO abbestellt und GEO bucht, sägt an dem Ast, auf dem GEO sitzt.
Woran erkenne ich ein unseriöses GEO-Angebot?
An drei Dingen: einer Garantie für Nennungen, einer festen Zeitangabe bis zum Erfolg, und vier Abkürzungen als vier getrennte Rechnungsposten ohne erklärbaren Unterschied.
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Andere Zahlen bei Ihnen?
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