Woran Sie eine gute SEO-Agentur erkennen
Es gibt sieben Prüfungen, die Sie vor der Unterschrift selbst machen können — in etwa einer Stunde, ohne Fachwissen. Sie kosten nichts und sortieren die meisten Angebote vor. Die unangenehmste Prüfung steht an Stelle eins, und wir bestehen sie gerade selbst nur knapp.
12. September 2026 · 8 Minuten Lesezeit
Der SEO-Markt hat ein Problem, das er mit dem Handwerk teilt: Der Kunde kann die Leistung nicht beurteilen, bevor er sie bezahlt hat — und danach oft auch nicht. Das zieht an. Es gibt hervorragende Leute in dieser Branche und es gibt Leute, die ein Werkzeug abonniert haben und den Bericht weiterleiten.
Die gute Nachricht: Man muss kein SEO verstehen, um die zweite Sorte zu erkennen. Man muss nur die richtigen sieben Dinge nachsehen. Wir haben sie so aufgeschrieben, dass sie auch gegen uns funktionieren.
Die sieben Prüfungen
- Wie sichtbar ist die Agentur selbst?Suchen Sie nach dem, was die Agentur verkauft — nicht nach ihrem Namen. Wer »SEO-Agentur« anbietet und für keinen einzigen Fachbegriff auffindbar ist, verkauft etwas, das er bei sich selbst nicht hinbekommt. Das ist kein Ausschlusskriterium: Eine junge Agentur hat naturgemäß wenig Sichtbarkeit. Aber sie sollte die Frage ohne Ausweichen beantworten und Zahlen nennen können.
- Fragen Sie nach einer Zahl von einer betreuten Seite»Nennen Sie mir Klicks, Klickrate und Durchschnittsposition einer Seite, die Sie betreuen — mit Zeitraum und Quelle.« Wer darauf keine Zahl nennt, misst seine Arbeit nicht und wird auch Ihre nicht messen. Eine belastbare Antwort klingt so: 594 Klicks in 28 Tagen, Klickrate 14,6 Prozent, Durchschnittsposition 6,6, gemessen in der Google Search Console des Hauses. Ausweichen ist die einzige falsche Antwort.
- Steht der Preis irgendwo?Nicht jeder Preis lässt sich vorab nennen — bei Projekten mit unklarem Umfang wäre eine Zahl unseriös. Aber eine Größenordnung gibt es immer. Wer sie erst nach dem dritten Gespräch herausrückt, hat einen Grund dafür, und der liegt selten bei Ihnen.
- Was passiert, wenn Sie gehen?Fragen Sie ausdrücklich: Wem gehören am Ende Website, Texte, Quellcode, Domain und die Zugänge zu Google-Konten? Die Antwort gehört in den Vertrag, nicht ins Gespräch. Das ist die Frage, die am häufigsten zu spät gestellt wird — nämlich beim Wechsel.
- Wird Ihnen etwas garantiert?Platz eins bei Google lässt sich nicht garantieren, weil niemand außer Google darüber verfügt. Wer es trotzdem zusagt, sagt entweder etwas zu, das er nicht halten kann, oder er meint eine Nische, in der die Platzierung nichts wert ist. Beides sollte im Gespräch auffallen.
- Was steht im Audit — und was darunter?Fast jedes Erstgespräch beginnt mit einem Audit-Bericht. Fragen Sie nach drei Beispielen aus der größten Fehlerkategorie und lassen Sie sich zeigen, wo das Problem im Quelltext steht. Wir haben das an unserer eigenen Seite durchgespielt: Von 6 Fehlern, 72 Warnungen und 922 Hinweisen war einer echt.
- Sagt jemand Ihnen, wann Sie das nicht brauchen?Eine Agentur, die in jedem Fall einen Auftrag sieht, hat aufgehört hinzusehen. Für viele Betriebe ist ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil die bessere Investition als jede SEO-Betreuung. Wenn das im Gespräch nie vorkommt, wissen Sie etwas über die Agentur.
Drei Sätze, bei denen Sie nachfragen sollten
- »Wir haben da mal in Ihre Website geschaut.« — Ungefragt. Das ist Vertrieb, kein Befund. Der Bericht kann trotzdem gut sein; er ist nur kein Beleg für Sachverstand, weil er aus einem Abonnement kommt.
- »Das machen wir mit KI.« — Das sagt nichts. Fragen Sie, welcher Arbeitsschritt damit gemeint ist und wer das Ergebnis vor der Veröffentlichung liest. Bei Texten, die auf Ihre Website gehen, haften Sie.
- »Erste Ergebnisse sehen Sie in vier Wochen.« — Bei einer neuen Domain ist das unrealistisch. Bei einer bestehenden Seite mit technischem Problem kann es stimmen. Lassen Sie sich sagen, welcher der beiden Fälle Sie sind und warum.
Wann Sie gar keine SEO-Agentur brauchen
Drei Lagen, in denen das Geld woanders besser aufgehoben ist:
- Ihre Kundschaft kommt aus dem Ort und sucht nach »in der Nähe«. Dann entscheidet das Google-Unternehmensprofil, nicht die Website — und das können Sie selbst pflegen.
- Sie haben noch keine Website, die Anfragen entgegennimmt. Sichtbarkeit für eine Seite ohne erkennbaren nächsten Schritt bringt Besucher, die wieder gehen.
- Ihr Auftragsbuch ist voll und bleibt es. Sichtbarkeit, die Sie nicht bedienen können, kostet nur.
Häufige Fragen
Was kostet SEO-Betreuung ungefähr?
Für kleine Betriebe bewegen sich laufende Betreuungen in Deutschland meist im mittleren dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich pro Monat, je nach Umfang. Entscheidend ist weniger die Höhe als die Frage, was konkret dafür passiert und wie das nachgewiesen wird. Unsere eigenen Preise stehen vollständig auf der Website.
Wie lange dauert es, bis SEO wirkt?
Bei einer bestehenden Seite mit technischem Problem manchmal Wochen. Bei einer neuen Domain, die noch keine Verlinkung hat, eher sechs bis zwölf Monate — und auch das ist keine Zusage, sondern eine Erfahrung. Wer Ihnen eine Frist garantiert, garantiert etwas, worüber er nicht verfügt.
Agentur oder Freelancer?
Das hängt weniger an der Rechtsform als an der Vertretung. Bei einer Einzelperson stehen alle Zugänge und alles Wissen an einer Stelle — das ist schnell und persönlich, aber es gibt keinen Ersatz bei Ausfall. Fragen Sie in beiden Fällen, wer übernimmt, wenn die Hauptperson vier Wochen ausfällt.
Woran erkenne ich, dass die Arbeit wirkt?
An drei Zahlen aus Ihrer eigenen Google Search Console: Einblendungen, Klicks und Durchschnittsposition — und zwar getrennt nach Suchbegriffen mit und ohne Ihren Markennamen. Wer Markenbegriffe mitzählt, misst Ihre Bekanntheit und nennt es Sichtbarkeit. Diese Trennung sollten Sie sich ausdrücklich zeigen lassen.
Sollte ich eine Agentur aus meiner Stadt nehmen?
Für die Arbeit selbst spielt der Ort keine Rolle — sie findet ohnehin im Netz statt. Wichtig wird Nähe erst dann, wenn Fotos vor Ort gebraucht werden oder wenn Ihnen ein Gespräch am Tisch lieber ist als ein Bildschirm. Beides sind gute Gründe, nur eben andere als Ortskenntnis.
Weiterlesen
Andere Zahlen bei Ihnen?
Wenn Sie das an Ihrer eigenen Seite nachgemessen haben und zu einem anderen Ergebnis kommen, schreiben Sie uns. Wir korrigieren Beiträge, wenn jemand eine Messung vorlegt, die unsere widerlegt — und schreiben dazu, was sich geändert hat.
Schreiben Sie uns