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Eigene Erhebung, September 2026

Was heute wirklich über der Trefferliste steht

Wir haben 1.249 deutsche Suchergebnisseiten ausgezählt, statt zu schätzen, was sich verändert hat. Hier stehen die Zahlen, der Rechenweg und das, was die Erhebung nicht zeigt.

Eugen Neifer · Gründer, Conexa DigitalAusgewertet mit KI-Unterstützung, geprüft und verantwortet von Eugen Neifer.

Wie wir gemessen haben

Am 12. September 2026 haben wir über die Datenschnittstelle des Werkzeugs SE Ranking Suchbegriffe für den deutschen Markt abgerufen — 66 Abfragen, 1.638 Datensätze. Nach dem Entfernen doppelter Begriffe blieben 1.390 verschiedene Suchbegriffe übrig. Für 1.249 davon lieferte die Schnittstelle Angaben darüber, welche Elemente auf der zugehörigen Suchergebnisseite erscheinen: Anzeigen, Videoblöcke, Kartenblöcke, der Abschnitt »Nutzer fragen auch« und die KI-generierte Antwort.

Diese 1.249 sind die Grundlage aller Zahlen auf dieser Seite. Für die übrigen 141 Begriffe lieferte die Schnittstelle kein Ergebnis; sie sind ausgeschlossen und werden nirgends mitgezählt. Dass es sich dabei um fehlende Werte handelt und nicht um Suchergebnisseiten ohne Merkmale, lässt sich belegen: Bei 140 dieser 141 Begriffe fehlt zugleich die Angabe zur Schwierigkeit.

Zwei Angaben, die nur gemeinsam fehlen, sind eine Lücke in der Lieferung, kein Messwert. Die Auswertung selbst haben wir am 13. September 2026 ohne einen weiteren Abruf durchgeführt, allein aus den gespeicherten Dateien. Das Auswertungsprogramm liegt bei uns im Quelltext und lässt sich jederzeit erneut laufen lassen; es liefert dieselben Zahlen.

659 von 1.249

Auf mehr als der Hälfte steht bereits eine KI-Antwort

Auf 659 der 1.249 ausgewerteten Suchergebnisseiten stand eine KI-generierte Antwort — 52,8 Prozent, also gut die Hälfte. Gemeint ist der Textblock, den Google selbst erzeugt und über die Liste der Treffer stellt. Wer dort nicht vorkommt, ist auf dieser Seite nicht sichtbar, auch wenn er in der Liste darunter weit oben steht.

1.106 von 1.249

88,6 Prozent der Seiten zeigen etwas vor dem ersten Treffer

Wir haben gezählt, wie viele Suchergebnisseiten mindestens ein Element tragen, das über oder neben der Trefferliste steht: eine KI-Antwort, Anzeigen, einen Kartenblock, ein Unternehmensprofil oder den klassischen Antwortkasten. Das sind 1.106 von 1.249. Nur vier Seiten im gesamten Satz bestehen aus einer reinen Trefferliste ohne Kasten, Bild oder Video — und diese vier gehören zu Begriffen, nach denen kaum jemand sucht. Im Mittel tragen die ausgewerteten Seiten 4,84 verschiedene Elemente.

78,8 % gegen 2,6 %

Die Suchabsicht entscheidet, nicht die Größe des Begriffs

Die Schnittstelle ordnet jedem Suchbegriff eine Absicht zu. Bei den 805 Begriffen, hinter denen eine reine Informationsfrage steht, tragen 634 Seiten eine KI-Antwort — 78,8 Prozent. Bei den 392 Begriffen mit kommerzieller und zugleich örtlicher Absicht sind es 10 von 392, also 2,6 Prozent; dort steht stattdessen bei allen 392 ein Kartenblock. Dieselbe Rechnung über die Merkmale statt über die Absicht führt zum gleichen Bild: von 411 Seiten mit Kartenblock tragen 12 eine KI-Antwort, von 838 Seiten ohne Kartenblock sind es 647. Wer wissen will, ob ihn das Thema betrifft, muss also zuerst fragen, welche Art von Frage seine Kunden stellen.

32 von 1.249

Der klassische Antwortkasten ist selten geworden

Der hervorgehobene Antwortkasten, auf den seit Jahren optimiert wird, erschien auf 32 der 1.249 Seiten — 2,6 Prozent. Die KI-Antwort erschien auf 659. Das ist ein Verhältnis von rund eins zu zwanzig. Beide zusammen kamen nur zweimal vor. Für die Praxis heißt das: Der Platz, um den jahrelang gerungen wurde, ist nicht mehr der Platz, um den es geht.

kein Zusammenhang

Kleine oder leichte Suchbegriffe schützen nicht davor

Wir haben geprüft, ob die KI-Antwort häufiger bei stark gesuchten oder bei umkämpften Begriffen auftaucht. Sie tut es nicht. Bei Begriffen mit 1 bis 49 Anfragen im Monat liegt der Anteil bei 58,3 Prozent von 276, bei 100 bis 499 Anfragen bei 45,5 Prozent von 528, ab 1.000 Anfragen bei 57,1 Prozent von 21. Auch nach Schwierigkeit und nach Länge des Suchbegriffs ergibt sich keine Richtung; die Werte schwanken zwischen 37 und 68 Prozent, ohne mit der jeweiligen Größe zu steigen oder zu fallen. Der verbreitete Rat, auf kleinere Begriffe auszuweichen, löst dieses Problem nicht.

25,1 %

In einem anderen Fach sieht dieselbe Messung anders aus

Wir haben am selben Tag einen zweiten Satz erhoben: 426 Suchbegriffe aus Hotellerie und Tourismus. Dort trugen 107 Seiten eine KI-Antwort — 25,1 Prozent statt 52,8. Dafür trugen 123 einen Hotelblock, den es im ersten Satz gar nicht gibt. Das ist kein Widerspruch, sondern die Bestätigung des Befunds darüber: Im Hotelfeld überwiegen örtliche und buchende Absichten, und dort steht statt der KI-Antwort ein Karten- oder Hotelblock. Betrachtet man innerhalb dieses zweiten Satzes nur die 198 reinen Informationsfragen, liegt der Anteil wieder bei 43,4 Prozent. Wer eine Zahl wie die 53 Prozent hört, sollte daher immer fragen, über welches Fach gesprochen wird.

940 und 954

Fragenblock und Videoblock stehen auf drei von vier Seiten

Neben der KI-Antwort sind zwei weitere Elemente fast die Regel: Der Abschnitt »Nutzer fragen auch« erschien auf 940 der 1.249 Seiten (75,3 Prozent), ein Videoblock auf 954 (76,4 Prozent). Anzeigen erschienen auf 301 Seiten (24,1 Prozent), ein Kartenblock auf 381 (30,5 Prozent). Auch dort, wo keine KI-Antwort steht, beginnt die klassische Trefferliste damit selten am oberen Bildrand.

Was diese Erhebung nicht zeigt

Diese Studie ist eine Stichprobe deutscher Suchbegriffe aus unserem eigenen Arbeitsumfeld und dem eines Kunden. Sie ist keine repräsentative Erhebung über das deutsche Web, und wir geben sie auch nicht als eine aus. Wer die Zahlen überträgt, überträgt sie auf eigenes Risiko — der Vergleich der beiden Fächer im Befund oben zeigt selbst, wie stark das Ergebnis an der Zusammensetzung der Begriffe hängt.

Fünf weitere Einschränkungen gehören genannt. Erstens: Die Erhebung zählt, was auf der Seite steht, nicht, wie oft trotzdem geklickt wird. Über Klickverluste sagt sie nichts; das wäre eine andere Messung, die wir nicht haben. Zweitens: Es ist eine Momentaufnahme vom 12. September 2026. Die Daten enthalten zwar einen Verlauf des Suchvolumens über zwölf Monate, aber keinen Verlauf der Seitenelemente.

Ob die KI-Antwort vor einem Jahr seltener war, lässt sich daraus nicht ableiten. Wir behandeln diese Erhebung als Nullpunkt und messen später erneut. Drittens: Wir wissen, dass ein Element vorhanden ist, aber nicht, wie viel Platz es einnimmt oder an welcher Stelle genau es steht. Aussagen über verdrängte Bildschirmfläche wären geraten.

Viertens: Welche Quellen in den 659 KI-Antworten genannt werden, steht in diesen Daten nicht. Fünftens: Für 141 der ursprünglich 1.390 Begriffe lieferte die Schnittstelle keine Angaben. Sie sind ausgeschlossen. Ob sie ein anderes Bild ergäben, wissen wir nicht. Eine geplante sechste Auswertung haben wir gestrichen: Wir wollten die Klickraten aus unserer Search Console mit den Seitenelementen verbinden.

Nach Abzug der Markenbegriffe blieben dafür 18 vergleichbare Suchbegriffe übrig, davon vier ohne Block mit zusammen elf Einblendungen. Daraus lässt sich keine Klickrate berechnen, und deshalb steht hier auch keine.

Stand und Umfang

Erhoben am 12. September 2026 über die Datenschnittstelle von SE Ranking, Markt Deutschland. Ausgewertet am 13. September 2026 ohne weiteren Abruf. Grundlage: 1.638 abgerufene Datensätze, daraus 1.390 verschiedene Suchbegriffe, davon 1.249 mit Angaben zu den Elementen der Suchergebnisseite. Vergleichssatz: 426 Suchbegriffe aus Hotellerie und Tourismus.

Jede Zahl auf dieser Seite ist in unserer Befunddatei mit Rechenweg hinterlegt und über ein Auswertungsprogramm reproduzierbar. Eigene Erhebung von Conexa Digital — keine amtliche Statistik. Wenn Sie den Rechenweg im Einzelnen sehen möchten, schreiben Sie uns; wir schicken ihn Ihnen.

Häufige Fragen

Was ist mit »KI-Antwort« genau gemeint?

Der Textblock, den Google selbst erzeugt und über die Liste der Suchtreffer stellt. Er beantwortet die Frage direkt, statt auf Seiten zu verweisen. In der von uns genutzten Datenschnittstelle heißt dieses Merkmal »sge«. Wir haben für jeden der 1.249 Suchbegriffe ausgezählt, ob dieses Merkmal vorhanden war — bei 659 war es das.

Heißt das, wir bekommen auf der Hälfte unserer Suchbegriffe keine Klicks mehr?

Nein, und das lässt sich aus diesen Daten auch nicht schließen. Wir haben gezählt, was auf der Seite steht, nicht, wie oft trotzdem geklickt wird. Beides hängt zusammen, ist aber nicht dasselbe. Wie stark sich eine KI-Antwort auf Ihre Klicks auswirkt, lässt sich nur an Ihren eigenen Zahlen aus der Search Console über einen längeren Zeitraum ablesen.

Gelten die 53 Prozent auch für mein Geschäft?

Das hängt davon ab, welche Fragen Ihre Kunden stellen. Unsere Erhebung zeigt einen deutlichen Unterschied: Bei reinen Informationsfragen lag der Anteil bei 78,8 Prozent von 805 Begriffen, bei örtlich-kommerziellen Suchen bei 2,6 Prozent von 392 — dort erscheint stattdessen ein Kartenblock. Im zweiten Satz aus Hotellerie und Tourismus lag der Gesamtanteil bei 25,1 Prozent von 426. Ein Handwerksbetrieb, den man am Ort sucht, steht also anders da als ein Anbieter, über den zuerst gelesen wird. Welcher Fall bei Ihnen vorliegt, lässt sich an Ihren eigenen Suchbegriffen prüfen.

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