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Welche Texte braucht meine Website?

Weniger, als die meisten denken — aber andere. Der häufigste Fehler ist nicht zu wenig Text, sondern Text über sich selbst statt über die Frage des Kunden. Diese Seite zeigt, welche Seiten Texte brauchen, was auf jede davon gehört und wie Sie in einer Stunde die Grundlage für alles Weitere schaffen — mit einer Methode, für die Sie nicht schreiben können müssen.

Zuletzt geprüft am 12. August 2026 · Conexa Digital

Der Fehler, der fast allen passiert

Fast jede Website beginnt mit »Wir sind Ihr zuverlässiger Partner für …«. Das ist ein Satz über Sie. Der Besucher hat aber eine Frage: »Kann der mein Problem lösen, was kostet das ungefähr, und wie geht es weiter?« Wer die drei Fragen beantwortet, braucht keine Werbesprache — und wer sie nicht beantwortet, hilft auch mit der besten Werbesprache nicht. Das ist der ganze Unterschied zwischen einer Seite, die existiert, und einer, die Anfragen bringt.

Welche Seiten Texte brauchen

Für einen kleinen Betrieb reichen erfahrungsgemäß fünf bis sieben Seiten. Mehr Seiten heißt nicht mehr Anfragen.

Startseite

Was Sie machen, für wen, in welchem Gebiet — in den ersten zwei Sätzen, ohne Anlauf. Darunter die wichtigsten Leistungen und ein deutlicher Weg zur Kontaktaufnahme. Die Startseite muss nicht alles erklären, sie muss einordnen und weiterleiten.

Eine Seite je Hauptleistung

Nicht eine Sammelseite »Leistungen« mit acht Absätzen, sondern je eine Seite für das, wonach tatsächlich gesucht wird. Auf jeder: was genau dabei gemacht wird, für wen es sich lohnt, was es ungefähr kostet, wie lange es dauert — und wann es sich nicht lohnt.

Über uns

Die meistunterschätzte Seite. Wer entscheidet, ob er einem Betrieb einen Auftrag gibt, will wissen, mit wem er es zu tun hat. Echte Namen, echte Fotos, ein Satz zur Geschichte. Keine Floskeln über Werte — konkrete Angaben über Menschen.

Kontakt

Alle Wege, auf denen man Sie erreicht, plus Erreichbarkeitszeiten und wie schnell Sie antworten. Wenn es eine Anfahrt gibt: wie man parkt. Das klingt banal und entscheidet öfter, als man denkt.

Rechtstexte

Impressum und Datenschutzerklärung sind Pflicht, keine Kür. Beim Impressum hängt der Umfang an der Rechtsform und daran, ob Sie einen erlaubnispflichtigen Beruf ausüben. Diese Texte schreibt man nicht selbst zusammen — dafür gibt es Generatoren und im Zweifel den Anwalt.

Häufige Fragen

Der beste Text, den Sie haben, und er ist schon fertig: die Fragen, die Ihnen Kunden am Telefon regelmäßig stellen. Sie sind wortwörtlich das, wonach andere suchen — und sie zu beantworten spart Ihnen später Telefonate.

Die Ein-Stunden-Methode

Für alle, die nicht gern schreiben. Sie brauchen keinen guten Stil — Sie brauchen die richtigen Informationen. Formulieren kann später jemand anders, aber niemand kann wissen, was nur Sie wissen.

  1. Zwanzig Minuten: Fragen sammeln

    Schreiben Sie auf, was Kunden Sie am Telefon fragen. Nicht sortieren, nicht formulieren — nur sammeln. Zehn bis fünfzehn Fragen kommen fast immer zusammen. Das ist die Grundlage für FAQ, Leistungstexte und die halbe Startseite.

  2. Zwanzig Minuten: laut beantworten

    Beantworten Sie jede Frage so, wie Sie es am Telefon tun würden — und nehmen Sie sich dabei auf. Gesprochene Antworten sind fast immer klarer als geschriebene, weil man beim Sprechen nicht ins Werbedeutsch verfällt. Die Aufnahme lässt sich anschließend abtippen.

  3. Zehn Minuten: Zahlen und Grenzen ergänzen

    Was kostet es ungefähr, wie lange dauert es, was ist nicht dabei, ab wann lohnt es sich nicht. Genau diese Angaben fehlen auf den meisten Seiten — und genau danach wird gesucht.

  4. Zehn Minuten: sortieren

    Ordnen Sie die Antworten den Seiten von oben zu. Was mehrfach passt, gehört in die FAQ. Danach haben Sie kein fertiges Manuskript, aber alles, was ein Texter braucht — und das ist der teure Teil.

Zum Nachrechnen

91,7 %

der Unternehmen ab 10 Beschäftigten haben eine Website, aber nur 24,6 % bieten darüber eine Bestellung oder Buchung an. Die Seite ist da — sie beantwortet nur selten genug, um eine Handlung auszulösen. Text ist dabei der günstigste Hebel, den es gibt.

Quelle: Eurostat, Tabelle isoc_ciweb, Datenstand 27. Februar 2026. Deutschland, Unternehmen ab 10 Beschäftigten.

Was Sie sich sparen können

  • Ein Blog, den niemand pflegt. Drei Beiträge aus dem Jahr 2023 wirken schlechter als gar kein Blog — sie legen nahe, der Betrieb sei eingeschlafen.
  • Eine Referenzliste ohne Substanz. Firmenlogos ohne Aussage überzeugen niemanden; ein einziger Satz eines echten Kunden mit Namen wirkt mehr als zwanzig Logos.
  • Texte über Ihre Werte. »Qualität, Zuverlässigkeit, Kundenorientierung« schreibt jeder hin — es unterscheidet Sie von niemandem und beantwortet keine Frage.
  • Text, nur damit es länger aussieht. Suchmaschinen bewerten, ob eine Frage beantwortet wird, nicht wie viele Wörter dabei entstehen.

Häufige Fragen

Kann ich die Texte von einer KI schreiben lassen?

Für einen ersten Entwurf und zum Umformulieren ja. Was eine KI nicht kann: wissen, was Sie kosten, wie lange Sie brauchen, was bei Ihnen nicht geht und welche Fragen Ihre Kunden stellen. Genau diese Angaben machen den Unterschied — der Rest ist Formulierung. Nutzen Sie KI also für die Form, nicht für den Inhalt. Und lesen Sie jeden Satz gegen: Erfundene Details sind auf einer Unternehmensseite ein rechtliches Risiko, keine Stilfrage.

Wie lang sollte ein Text sein?

So lang, wie die Frage es braucht. Als Orientierung: Eine Leistungsseite, die Umfang, Preis, Dauer und Grenzen beantwortet, landet meist zwischen 400 und 800 Wörtern. Unter etwa 200 Wörtern kann eine Seite kaum etwas vollständig beantworten — das ist weniger eine Suchmaschinen-Regel als eine schlichte Beobachtung.

Muss ich Preise auf die Website schreiben?

Müssen nicht, aber es hilft mehr, als es schadet. »Preis auf Anfrage« filtert nicht die falschen Anfragen heraus — es verhindert die richtigen, weil Menschen im Zweifel das Teuerste vermuten. Eine Spanne mit Bedingungen ist ein guter Mittelweg: »ab X für Y, jede weitere Z kostet …«.

Was ist mit Suchbegriffen — muss ich die einbauen?

In dem Sinne, dass die Wörter vorkommen sollten, die Ihre Kunden tatsächlich benutzen: ja. In dem Sinne, dass man Wörter künstlich wiederholt: nein, das schadet eher. Der beste Weg ist, in der Sprache der Kunden zu schreiben statt in Ihrer Branchensprache — »Rohrreinigung« statt »sanitärtechnische Instandsetzung«.

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