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Fehlersuche

Warum bekomme ich keine Anfragen über meine Website?

Es gibt genau zwei Möglichkeiten, und sie brauchen völlig verschiedene Lösungen: Entweder kommt niemand — dann ist es ein Sichtbarkeitsproblem. Oder es kommen Leute und fragen trotzdem nicht an — dann liegt es an der Seite selbst. Bevor Sie irgendetwas ändern, sollten Sie wissen, welcher Fall vorliegt. Das dauert zehn Minuten.

Zuletzt geprüft am 12. August 2026 · Conexa Digital

Zuerst: Kommt überhaupt jemand?

Ohne diese Antwort ist jede Änderung geraten. Wenn Sie eine Besucherstatistik haben, schauen Sie nach: Wie viele Menschen waren im letzten Monat auf der Seite? Bewegt sich die Zahl im zweistelligen Bereich, ist die Ursache erfahrungsgemäß die Sichtbarkeit — dann bringt es wenig, Texte umzuschreiben. Haben Sie keine Statistik, ist das der erste Schritt: Ohne Messung raten Sie, und das ist der teuerste Weg. Wichtig dabei: Eine Statistik, die Besucher zählt, braucht in Deutschland eine datenschutzkonforme Einrichtung.

Fall A: Es kommt niemand

Dann ist es kein Problem der Seite, sondern ihrer Auffindbarkeit. Die Ursachen in Prüfreihenfolge:

Die Seite ist nicht im Index

Suchen Sie bei Google nach »site:ihre-domain.de«. Kommt nichts, kennt Google die Seite nicht — alles andere ist zweitrangig. Häufigste Ursache: ein vergessenes »noindex« aus der Bauphase.

Sie stehen für die falschen Wörter

Sie werden gefunden, wenn jemand Ihren Firmennamen sucht — aber nicht bei der Leistung. Das ist der Normalfall bei Seiten, die über sich selbst sprechen statt über das Problem des Kunden.

Es sucht schlicht niemand

Bei einem sehr speziellen Angebot kann es sein, dass die Nachfrage über Suchmaschinen kaum existiert. Das ist keine Niederlage, sondern eine wichtige Information: Dann liegt der Weg zu Kunden woanders — Empfehlungen, Direktansprache, Fachveranstaltungen.

Fall B: Es kommen Leute, aber sie fragen nicht an

Das ist der unangenehmere Fall, weil die Ursache in der Seite liegt. Nach unserer Erfahrung sind es fast immer diese vier:

Man findet nicht, was es kostet

»Preis auf Anfrage« kostet Anfragen, es bringt keine. Wer keine Größenordnung findet, vermutet meist das Teuerste und schreibt gar nicht erst. Eine Spanne mit Bedingungen ist besser als Schweigen — und filtert die Anfragen, die ohnehin nicht passen.

Der Kontaktweg ist zu aufwendig

Ein Formular mit zwölf Pflichtfeldern ist eine Hürde. Fragen Sie nur, was Sie für die erste Antwort wirklich brauchen — meist Name, Kontaktweg, Anliegen. Und stellen Sie sicher, dass die Telefonnummer am Handy anklickbar ist.

Es ist nicht erkennbar, wer dahintersteht

Seiten ohne Gesichter, ohne Namen, ohne echte Fotos wirken austauschbar. Gerade bei Handwerk und Beratung ist die Frage »mit wem habe ich es zu tun« die eigentliche Entscheidungsfrage.

Die Seite beantwortet die Frage nicht, die der Besucher hat

Sie schreiben über Ihre Leistungen — der Besucher sucht die Antwort auf »kann der mein Problem lösen, was kostet das, wie lange dauert es«. Die Fragen, die Sie am Telefon regelmäßig hören, gehören auf die Seite.

Ein einfacher Test dafür: Zeigen Sie die Seite jemandem, der Ihren Betrieb nicht kennt, und geben Sie ihm eine Minute. Fragen Sie danach: Was machen wir, was kostet es ungefähr, und was wäre der nächste Schritt? Was die Person nicht beantworten kann, steht nicht deutlich genug auf der Seite.

Zum Nachrechnen

10,9 %

der deutschen Unternehmen werten die Daten ihrer eigenen Website aus; bei 10 bis 49 Beschäftigten sind es 8,8 %. Neun von zehn Betrieben können die Frage »kommt überhaupt jemand?« also gar nicht beantworten — und ändern deshalb auf Verdacht.

Quelle: Eurostat/Destatis, IKT-Erhebung in Unternehmen (isoc_eb_das), Datenstand 27. Februar 2026. Unternehmen ab 10 Beschäftigten.

2,5 Sekunden

ist Googles Grenzwert für eine gute Ladezeit, gemessen daran, dass drei von vier Aufrufen darunter liegen. Eine langsame Seite verliert Besucher, bevor sie den Inhalt sehen — das erzeugt genau das Muster »es kommen Leute, aber nichts passiert«.

Quelle: Google, web.dev/articles/vitals (Core Web Vitals, laufend gepflegt). Weitere Schwellen: INP ≤ 200 ms, CLS ≤ 0,1.

Woran es meistens NICHT liegt

Diese drei Dinge werden am häufigsten geändert und ändern am wenigsten.

  • An den Farben. Ein neues Design löst kein Sichtbarkeitsproblem und beantwortet keine Frage, die vorher offen war.
  • An zu wenig Text. Mehr Text hilft nur, wenn er etwas beantwortet. Eine Seite mit 3.000 Wörtern ohne Preis und ohne Ansprechpartner bringt so wenig wie eine mit 300.
  • An fehlenden Effekten. Bewegung lenkt eher ab, als dass sie überzeugt — und kostet Ladezeit, die an anderer Stelle fehlt.

Häufige Fragen

Wie viele Besucher braucht eine Seite, damit Anfragen kommen?

Das hängt stark von der Branche ab, deshalb nennen wir hier bewusst keine Quote — kursierende Werte stammen meist aus US-Onlinehandel und sagen für einen deutschen Handwerksbetrieb nichts. Die belastbare Größe ist Ihre eigene: Messen Sie drei Monate, dann wissen Sie, wie viele Besuche bei Ihnen zu einer Anfrage führen.

Kommen die Anfragen vielleicht an und ich merke es nicht?

Das kommt öfter vor, als man denkt. Testen Sie das Formular selbst von einem fremden Gerät aus und prüfen Sie den Spam-Ordner. Häufige Ursachen: falsch hinterlegte Empfängeradresse, ein Postfach, das voll ist, oder eine Weiterleitung, die niemand mehr liest.

Lohnt sich Werbung, wenn organisch nichts kommt?

Nur wenn die Seite überzeugt. Anzeigen bringen Besucher, keine Aufträge — den Rest muss die Seite leisten. Budget in Werbung zu stecken, während die Seite Besucher verliert, ist teuer bezahlter Beleg für ein anderes Problem. Erst Fall B klären, dann Sichtbarkeit einkaufen.

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