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Umzug

Relaunch ohne Sichtbarkeit zu verlieren

Der häufigste teure Fehler beim Neubau ist nicht das Design, sondern der Tag danach: Die alten Adressen führen ins Leere, und mit ihnen verschwinden Platzierungen, die über Jahre entstanden sind. Das ist vermeidbar — mit einer Liste, die vor dem Umschalten steht, nicht danach. Diese Seite ist diese Liste.

Zuletzt geprüft am 12. August 2026 · Conexa Digital

Warum die Zugriffe einbrechen

Suchmaschinen führen für jede einzelne Adresse Buch, nicht für »die Website«. Wenn aus »ihre-seite.de/leistungen/heizung« beim Neubau »ihre-seite.de/waermepumpe« wird, ist für Google die alte Seite verschwunden und die neue unbekannt. Ohne Weiterleitung fällt beides zusammen: Die erarbeitete Platzierung geht mit der alten Adresse unter, und die neue fängt bei null an. Genau deshalb sinken die Zugriffe nach einem Relaunch oft für Monate — nicht weil die neue Seite schlechter ist.

Was vor dem Umschalten passieren muss

Diese vier Schritte gehören auf die alte Seite, solange sie noch online ist. Danach ist es aufwendiger.

  1. Alle bestehenden Adressen auflisten

    Aus der Sitemap, aus der Google Search Console und aus der Besucherstatistik. Sie brauchen jede Adresse, die Zugriffe hat oder auf die von außen verwiesen wird — auch alte Aktionsseiten, die Sie längst vergessen haben.

  2. Jede alte Adresse einer neuen zuordnen

    Eine Tabelle mit zwei Spalten: alt, neu. Wo es keine Entsprechung gibt, wählen Sie die thematisch nächste Seite — die Startseite ist die schlechteste Antwort, weil sie die Frage nicht beantwortet, mit der jemand kam. Seiten, die ersatzlos wegfallen, bekommen bewusst kein Ziel.

  3. Weiterleitungen als dauerhaft einrichten

    Technisch heißt das Statuscode 301, nicht 302 — der erste sagt »endgültig umgezogen«, der zweite »nur vorübergehend«. Nur beim ersten überträgt sich die erarbeitete Bewertung. Das ist eine Einstellung, kein Aufwand, und sie wird regelmäßig verwechselt.

  4. Vor dem Umschalten testen

    Rufen Sie zwanzig alte Adressen auf und prüfen Sie, wo sie landen. Auf einem Testsystem geht das, bevor die Seite live ist. Eine Weiterleitung, die auf eine Fehlerseite zeigt, ist schlimmer als keine.

Was nach dem Umschalten zu tun ist

Die ersten vier Wochen entscheiden, ob ein Fehler auffällt, solange er noch billig zu beheben ist.

  • Neue Sitemap in der Google Search Console einreichen und dort die Fehlerberichte beobachten — sie zeigen als Erstes, welche Adressen ins Leere laufen.
  • Die Fehlerseite Ihrer Website im Blick behalten: Wenn dort Zugriffe auflaufen, fehlt eine Weiterleitung.
  • Zugriffszahlen mit dem Vormonat vergleichen. Ein Rückgang in den ersten zwei Wochen ist normal; einer, der nach vier Wochen anhält, nicht.
  • Prüfen, ob die neuen Seiten überhaupt aufgenommen wurden — mit der »site:«-Suche oder direkt in der Search Console.
  • Alle Formulare erneut testen. Sie sind der Teil, der beim Umzug am häufigsten stillschweigend kaputtgeht.
  • Externe Stellen aktualisieren, die auf einzelne Unterseiten verweisen: Verzeichnisse, Partnerseiten, Profile in sozialen Netzwerken.

Zum Nachrechnen

10,9 %

der deutschen Unternehmen werten die Daten ihrer eigenen Website aus. Beim Relaunch ist das besonders folgenreich: Wer vorher nicht gemessen hat, kann hinterher nicht erkennen, ob etwas verloren ging — und hat auch keine Liste der Adressen, die tatsächlich Zugriffe hatten.

Quelle: Eurostat/Destatis, IKT-Erhebung in Unternehmen (isoc_eb_das), Datenstand 27. Februar 2026. Unternehmen ab 10 Beschäftigten.

Wann ein Relaunch die falsche Antwort ist

  • Wenn das Problem fehlende Sichtbarkeit ist. Eine neue Seite an derselben Stelle wird nicht besser gefunden, nur weil sie hübscher ist.
  • Wenn niemand die Inhalte überarbeiten will. Dann ziehen Sie dieselben Texte in ein neues Layout um — und wundern sich, dass sich nichts ändert.
  • Kurz vor Ihrer Hochsaison. Wenn etwas schiefgeht, fällt es genau dann auf, wenn es am teuersten ist. Planen Sie in die ruhige Zeit.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis sich die Zugriffe erholen?

Bei sauber gesetzten Weiterleitungen sind kurzfristige Schwankungen von zwei bis vier Wochen üblich, danach sollte sich das Niveau einpendeln. Bleibt es nach einem Monat deutlich darunter, ist meist etwas an den Weiterleitungen nicht in Ordnung — das ist der Zeitpunkt, an dem man nachsehen sollte, nicht abwarten.

Muss ich die alte Domain behalten?

Wenn Sie die Adresse wechseln: ja, und zwar dauerhaft. Die alte Domain muss weiterlaufen und auf die neue verweisen, sonst brechen alle externen Verweise ab. Rechnen Sie mit mindestens zwei Jahren, besser dauerhaft — es kostet die jährliche Domaingebühr und erspart Ihnen den Verlust.

Kann ich die Seiten-Adressen beibehalten?

Wenn die alte Struktur brauchbar ist: unbedingt. Jede beibehaltene Adresse ist eine Weiterleitung weniger und ein Risiko weniger. Adressen zu ändern lohnt sich nur, wenn die alten wirklich unbrauchbar sind — etwa kryptische Nummern statt sprechender Namen.

Was ist mit meinen Google-Bewertungen und dem Unternehmensprofil?

Die hängen am Profil, nicht an der Website — sie bleiben erhalten. Ändern Sie dort aber die hinterlegte Adresse Ihrer Website, sonst zeigt Ihr Profil auf eine Seite, die es nicht mehr gibt.

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