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Lokale Sichtbarkeit

Google-Unternehmensprofil: Was wirklich zählt

Für Betriebe mit Kundschaft aus der Umgebung ist das Unternehmensprofil oft wichtiger als die Website — es entscheidet, ob Sie in der Karte und im Kasten rechts erscheinen. Es ist kostenlos, in einer Stunde eingerichtet und wird trotzdem regelmäßig halbfertig liegen gelassen. Diese Seite zeigt, worauf es ankommt und welche zwei Fehler am teuersten sind.

Zuletzt geprüft am 12. August 2026 · Conexa Digital

Warum das Profil oft wichtiger ist als die Website

Wer »Elektriker in der Nähe« sucht, bekommt zuerst eine Karte mit drei Betrieben und erst darunter die klassischen Treffer. In diesen Kasten kommt man nicht über die Website, sondern über das Unternehmensprofil. Für einen Betrieb, der lokal arbeitet, ist das der Unterschied zwischen »wird angerufen« und »existiert im Internet«. Die Website bleibt wichtig — sie ist der Ort, an dem die Entscheidung fällt. Aber gefunden wird über das Profil.

Was zählt, in dieser Reihenfolge

Die Punkte sind nach Wirkung sortiert, nicht nach Aufwand. Die ersten drei erledigen den Großteil.

  1. Kategorie richtig wählen

    Die Hauptkategorie ist die wichtigste Einzelangabe im ganzen Profil — sie bestimmt, bei welchen Suchanfragen Sie überhaupt in Frage kommen. Wählen Sie die spezifischste, die zutrifft, nicht die allgemeinste: »Elektriker« schlägt »Handwerker«. Weitere Kategorien können Sie ergänzen, aber die erste wiegt am schwersten.

  2. Angaben vollständig und überall gleich

    Name, Adresse, Telefonnummer müssen exakt so auch auf Ihrer Website und in Verzeichnissen stehen — gleiche Schreibweise, gleiche Rechtsform, gleiche Telefonnummernformatierung. Abweichungen kosten Vertrauen, weil Google nicht sicher zuordnen kann, ob es derselbe Betrieb ist.

  3. Öffnungszeiten pflegen, auch die besonderen

    Falsche Öffnungszeiten führen erfahrungsgemäß zu Bewertungen, die mit Ihrer eigentlichen Leistung nichts zu tun haben — jemand stand vor verschlossener Tür. Tragen Sie Feiertage und Betriebsurlaub ein, bevor sie eintreten. Google weist im Profil darauf hin, wenn Angaben zu Feiertagen fehlen.

  4. Echte Fotos hochladen

    Außenansicht, damit man das Gebäude findet. Innenansicht, damit man weiß, was einen erwartet. Team und Arbeit, damit ein Mensch sichtbar wird. Symbolbilder aus Datenbanken wirken hier besonders austauschbar, weil daneben die echten Fotos der Wettbewerber stehen.

  5. Auf Bewertungen antworten — auf alle

    Eine sachliche Antwort auf eine schlechte Bewertung wirkt auf spätere Leser besser als die Bewertung selbst. Antworten Sie knapp, ohne Rechtfertigung, mit einem konkreten Angebot zur Klärung. Und fragen Sie zufriedene Kunden aktiv — aber niemals gegen Gegenleistung, das verstößt gegen Googles Richtlinien und ist wettbewerbsrechtlich heikel.

Die zwei teuersten Fehler

Das Profil nie beansprucht

Google legt Einträge teilweise automatisch an, aus Verzeichnissen und Nutzerhinweisen. Ein solcher Eintrag existiert, ohne dass Sie ihn verwalten — mit möglicherweise falscher Adresse oder alten Öffnungszeiten, und Sie können nichts ändern. Prüfen Sie, ob es Ihren Betrieb schon gibt, bevor Sie einen neuen anlegen.

Eine Adresse angeben, an der niemand arbeitet

Ein Briefkasten oder eine gemietete Anschrift ohne tatsächliche Tätigkeit verstößt gegen Googles Richtlinien und führt regelmäßig zur Sperrung des Profils. Wer keine Kundschaft am Standort empfängt, gibt stattdessen ein Einzugsgebiet an und blendet die Adresse aus — das ist der vorgesehene Weg.

Zum Nachrechnen

91,7 %

der Unternehmen ab 10 Beschäftigten haben eine Website — nur 24,6 % bieten darüber eine Bestellung oder Buchung an. Für den Rest entscheidet sich der Erstkontakt am Telefon oder vor Ort, und der Weg dorthin führt über das Unternehmensprofil.

Quelle: Eurostat, Tabelle isoc_ciweb, Datenstand 27. Februar 2026. Deutschland, Unternehmen ab 10 Beschäftigten.

54,6 %

der Unternehmen nutzen ihre Website für Stellenausschreibungen. Das Unternehmensprofil wird dabei oft übersehen — dabei schauen Bewerber sich an, wie ein Betrieb dort dargestellt ist und wie er auf Bewertungen reagiert.

Quelle: Eurostat, Tabelle isoc_ciweb, Datenstand 27. Februar 2026. Deutschland, Unternehmen ab 10 Beschäftigten.

Wann das Profil wenig bringt

  • Wenn Ihre Kundschaft überregional ist und der Standort keine Rolle spielt. Dann ist das Profil Pflege ohne Wirkung — die Sichtbarkeit entsteht woanders.
  • Wenn Sie keine Adresse angeben können oder wollen und auch kein Einzugsgebiet bedienen. Ohne räumlichen Bezug funktioniert das Format nicht.
  • Als Ersatz für eine Website. Das Profil gehört Google, nicht Ihnen — Regeln und Darstellung können sich ändern, ohne dass Sie gefragt werden.

Häufige Fragen

Kostet das Google-Unternehmensprofil etwas?

Nein, es ist kostenlos. Wenn Sie einen Anruf bekommen, der eine Gebühr für den Eintrag oder eine »Verifizierung« verlangt, ist das kein Google-Anruf. Werbeanrufe bei Gewerbetreibenden setzen nach § 7 Abs. 2 UWG zumindest eine mutmaßliche Einwilligung voraus — bei einem unaufgeforderten Verkaufsanruf zu einem kostenlosen Google-Dienst dürfte die schwer zu begründen sein. Das ist unsere Einordnung und keine Rechtsberatung.

Wie lange dauert die Bestätigung?

Je nach Verfahren von wenigen Minuten bis zu mehreren Wochen. Üblich sind Postkarte, Telefon, E-Mail oder Video — welches angeboten wird, entscheidet Google je nach Kategorie und Standort. Vor der Bestätigung sind Änderungen nur eingeschränkt möglich.

Kann ich schlechte Bewertungen löschen lassen?

Nur wenn sie gegen Richtlinien verstoßen — etwa Beleidigungen, offensichtlich falsche Tatsachenbehauptungen oder Bewertungen von Personen, die nie Kunde waren. Eine berechtigte schlechte Bewertung bleibt. Die bessere Antwort ist eine sachliche Antwort und genügend echte Bewertungen daneben.

Was ist mit Bing und Apple Karten?

Beide haben eigene Verzeichnisse, die deutlich weniger genutzt werden, aber schnell gepflegt sind. Für Apple Karten lohnt es sich vor allem, wenn viele Ihrer Kunden iPhones nutzen; das Anlegen geht schnell, die Bestätigung kann aber einige Tage dauern. Wichtig ist auch hier: dieselben Angaben wie überall sonst.

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