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Entscheidungshilfe

Website selbst bauen oder machen lassen?

Die ehrliche Antwort hängt an einer einzigen Frage: Wie viele Stunden Ihrer eigenen Arbeitszeit ist Ihnen die Website wert? Ein Baukasten kostet 10 bis 40 € im Monat und Ihre Zeit; eine gebaute Website kostet einmalig vierstellig bis fünfstellig und fast keine Zeit. Welcher Weg günstiger ist, entscheidet sich nicht am Preis, sondern an Ihrem Stundensatz — und an der Frage, ob die Seite Aufträge bringen soll oder nur existieren.

Zuletzt geprüft am 12. August 2026 · Conexa Digital

Die Frage ist falsch gestellt

»Selbst bauen oder machen lassen« klingt nach einer Frage des Könnens. Tatsächlich ist es eine Frage der Zeit und des Zwecks. Einen Baukasten bedient heute fast jeder — die Werkzeuge sind gut geworden. Die Frage ist, was danach passiert: Wer pflegt die Inhalte, wer prüft die Ladezeit, wer kümmert sich um Datenschutz, Barrierefreiheit und die technische Grundlage dafür, dass Suchmaschinen und KI-Assistenten die Seite überhaupt lesen können. Diese Arbeit verschwindet nicht, wenn man den Baukasten wählt — sie wandert zu Ihnen.

Der Rechenweg

Rechnen Sie beide Wege für sich durch, bevor Sie sich entscheiden. Vier Schritte, ehrlich ausgefüllt, geben eine belastbare Antwort.

  1. Ihren eigenen Stundensatz bestimmen

    Nicht was Sie verdienen, sondern was eine Stunde Ihrer Arbeit dem Betrieb einbringt. Zur Orientierung: Viele Handwerksbetriebe kalkulieren im Bereich von 60 bis 90 € je Stunde, Kanzleien deutlich darüber — maßgeblich ist aber allein Ihre eigene Kalkulation. Diese Zahl ist der Maßstab — jede Stunde an der Website ist eine Stunde, die woanders fehlt.

  2. Den Zeitaufwand ehrlich schätzen

    Eine brauchbare erste Fassung im Baukasten kostet erfahrungsgemäß 20 bis 40 Stunden, wenn Sie es zum ersten Mal machen: Struktur, Texte, Bilder, Rechtstexte, Kontaktformular, mobile Ansicht prüfen. Danach kommen laufend Stunden dazu. Wer schon einmal eine gebaut hat, ist schneller.

  3. Beides multiplizieren und vergleichen

    30 Stunden bei 70 € Stundensatz sind 2.100 € an eigener Arbeitszeit — plus die Baukastengebühr. Das ist die ehrliche Vergleichszahl, nicht die 15 € im Monat. Erst diese Summe lässt sich einem Angebot gegenüberstellen.

  4. Den Zweck dazunehmen

    Soll die Seite nur existieren, weil man heute eine hat, gewinnt fast immer der Baukasten. Soll sie Anfragen bringen, verschiebt sich das: Dann entscheidet nicht die Optik, sondern Ladezeit, Struktur und Auffindbarkeit — und das ist die Arbeit, die im Baukasten am ehesten liegen bleibt.

Zum Nachrechnen

91,7 %

der Unternehmen ab 10 Beschäftigten haben eine Website — aber nur 24,6 % bieten darüber eine Bestellung oder Buchung an. Eine Website zu haben ist der Normalfall; sie arbeiten zu lassen die Ausnahme. Genau in dieser Lücke entscheidet sich, ob der Aufwand sich lohnt.

Quelle: Eurostat, Tabelle isoc_ciweb, Datenstand 27. Februar 2026. Deutschland, Unternehmen ab 10 Beschäftigten.

92,4 %

der Internetnutzer in Deutschland gehen per Smartphone online — über Laptop 55,7 %, über Desktop-Rechner 34,6 %. Wer selbst baut, sollte deshalb zuerst am Handy prüfen, nicht am großen Bildschirm. Die meisten Baukasten-Vorlagen sehen am Rechner besser aus als dort, wo tatsächlich gelesen wird.

Quelle: Eurostat, Tabelle isoc_ci_dev_i, Datenstand 17. April 2026. Basis: Internetnutzer der letzten drei Monate.

2,5 Sekunden

ist Googles Grenzwert für eine gute Ladezeit, gemessen am 75. Perzentil — drei von vier Aufrufen müssen darunter liegen. Das ist ein Kriterium, das sich im Baukasten nur begrenzt beeinflussen lässt, weil Vorlage und Plattform die Grundlast vorgeben.

Quelle: Google, web.dev/articles/vitals (Core Web Vitals, laufend gepflegt). Weitere Schwellen: INP ≤ 200 ms, CLS ≤ 0,1.

Was beide Wege leisten

Kein Weg ist grundsätzlich besser. Sie unterscheiden sich darin, wo der Aufwand anfällt und was am Ende möglich ist.

 Baukasten, selbst gebautGebaut von einem Dienstleister
Kosten am Anfang10–25 € im Monat plus Ihre Arbeitszeiteinmalig vierstellig, Zeitaufwand für Sie gering
Zeit bis zur ersten Fassung20–40 Stunden Ihrer Zeitwenige Stunden für Zuarbeit und Abstimmung
Laufende Pflegemachen Sie selbstje nach Vertrag Sie oder der Dienstleister
Ladezeit und Technikdurch Vorlage und Plattform begrenztgestaltbar, weil der Aufbau bekannt ist
Rechtstexte, BarrierefreiheitIhre Verantwortunggehört in den Leistungsumfang — nachfragen
Umzug zu einem anderen Anbieteroft aufwendig, Inhalte hängen im Systemabhängig vom Vertrag — nach Quellcode fragen
Wenn es klemmtSie suchen die Lösunges gibt jemanden, der zuständig ist

Wann Sie niemanden beauftragen sollten

Wir verdienen daran, Websites zu bauen — und sagen trotzdem: In diesen Fällen ist ein Baukasten die richtige Wahl, und ein Angebot von uns wäre Geldverschwendung.

  • Wenn die Seite nur existieren muss, damit man eine Adresse nennen kann, und keine Anfragen bringen soll. Dafür reicht ein Baukasten vollkommen.
  • Wenn das Budget so knapp ist, dass für Inhalte und Fotos nichts übrig bliebe. Eine gut gebaute Seite mit schlechten Texten schlägt keine einfache Seite mit guten.
  • Wenn Sie die Inhalte ohnehin selbst schreiben wollen und Freude daran haben, das Werkzeug zu lernen. Dann zahlen Sie für etwas, das Sie gern selbst tun.
  • Wenn noch unklar ist, was das Angebot überhaupt sein soll. Erst das Geschäft, dann die Website — nicht umgekehrt.

Häufige Fragen

Kann ich mit einem Baukasten bei Google weit oben stehen?

Grundsätzlich ja. Die Platzierung entscheidet sich vor allem an Inhalt, Struktur und Ladezeit, nicht am Werkzeug. Baukästen sind hier besser geworden. Enger wird es bei Feinheiten: Ladezeit unter Last, saubere Auszeichnung für KI-Antworten, Umgang mit vielen Unterseiten. Wer in einem umkämpften Feld antritt, stößt dort früher an Grenzen.

Was kostet es, wenn ich später doch wechseln will?

Das hängt am Anbieter. Inhalte lassen sich meist exportieren, das Layout praktisch nie — die Seite wird neu gebaut. Rechnen Sie den Wechsel wie einen Neubau, nicht wie einen Umzug. Fragen Sie deshalb schon vor dem Start, ob Sie Ihre Inhalte und, bei einem beauftragten Projekt, den Quellcode bekommen.

Wie erkenne ich ein unseriöses Angebot?

An drei Mustern: Versprechen, die niemand halten kann — »Platz 1 bei Google« ist das häufigste, denn über die Reihenfolge entscheidet Google. Leistungen ohne Mengenangabe: »SEO inklusive« kann alles oder nichts heißen. Und lange Mindestlaufzeiten bei gleichzeitig vagem Umfang. Wenn Sie nicht sagen können, was Sie im dritten Monat konkret bekommen, ist das kein Angebot, sondern ein Abonnement.

Lohnt sich eine Website überhaupt noch, wenn alle bei Google Maps oder Instagram suchen?

Die eigene Seite ist der einzige Ort, den Ihnen niemand abschalten kann. Profile bei Google, Instagram oder Facebook sind wertvoll — aber sie gehören der Plattform. Ändert die ihre Regeln, ändert sich Ihre Sichtbarkeit, ohne dass Sie gefragt werden. Sinnvoll ist beides: Profile für die Auffindbarkeit, eigene Seite als Fundament.

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